In Stein gesprochen untersucht die universelle und zugleich zutiefst kulturelle Sprache der Hände.
Im Zentrum der Installation stehen Gipsabformungen meiner Hände – eingefroren in Gesten, die weltweit Missverständnisse erzeugen können. Jede Hand erinnert in ihrer steinartigen Oberfläche an ein Relikt, das aus einer entfernten Vergangenheit stammen könnte. Dabei verweist das Material auf die Härte und Beständigkeit symbolischer Bedeutungen: auf die Vorstellung, dass Gesten fest „eingemeißelt“ seien und sich nicht ändern ließen. Doch die Arbeit zeigt das Gegenteil: Jede Geste trägt ein Geflecht aus Bedeutungen, das sich je nach kulturellem, politischem oder sozialem Kontext verschiebt. Der „Daumen hoch“ kann Zustimmung oder eine Beleidigung sein, ein „V-Zeichen“ Frieden oder Provokation, eine offene Handfläche Begrüßung oder Demütigung. Die Installation macht sichtbar, wie brüchig die vermeintliche Universalität der Körpersprache ist – und wie stark persönliche Kommunikation und gesellschaftliche Codierung ineinandergreifen.
Indem die Künstlerin die eigenen Hände nutzt, wird die Installation zu einem Selbstporträt der Kommunikation. Die Geste wird nicht nur Zeichen, sondern autobiografische Spur, geprägt von subjektivem Ausdruck und globalen Bedeutungsverschiebungen. In Stein gesprochen lädt dazu ein, das Gewohnte neu zu lesen und die vormals fest geglaubten Bedeutungen der Hände zu hinterfragen. Ein stilles Gespräch aus Stein, das die Betrachter:innen auffordert, ihre eigene Rolle in der Welt der Zeichen zu reflektieren.